Knut ist tot! – Na und…

Knut
Knut 2008 - © Anil Paul

Knut ist tot. Das war die Nachricht des Tages! Und jetzt wird er auch noch als Legende bezeichnet! Irgendwie stimmt hier was gewaltig nicht. In was für einer verkehrten Welt leben wir hier eigentlich? Er war ein Eisbär der in Gefangenschaft gelebt hat und das für ganze vier Jahre. Gut das ist nicht lang, aber im Vergleich zu den vielen anderen Tieren die für uns leiden müssen ist das schon eine Ewigkeit. Schon das ganze Getue bei seiner Geburt ging mir dermaßen auf den Keks.

Nun ist er tot und alle pilgern sie wieder in den Zoo um ihre Trauer zu bekunden. Und was passiert dann zu hause? Was wird zumeist beim Abendessen da auf dem Teller serviert? Natürlich Fleisch! Und wo ist jetzt das Geschrei? Das tote Tier auf dem Teller hat mehr Qualen erlitten als Knut und trotzdem ist es für uns OK es zu verspeisen? Wenn man es genau nimmt sieht es ja nicht mehr nach einem Tier aus, also Adieu Gewissensbisse, warum sich noch Sorgen machen? Hier läuft gewaltig was schief!

Mich kotzt diese Heuchelei inzwischen dermaßen an, dass ich kein Verständnis mehr für dieses Knut-Getue habe!

Jeder sollte mal in sich gehen und ernsthaft darüber nachdenken, ob Tiere wirklich für unsere Zufriedenheit leiden müssen!

3 Gedanken zu „Knut ist tot! – Na und…

  1. Hatte ich mich dazu hinreißen lassen über das Thema zu bloggen, so hätten wir zumindest einen Konsens: Scheiß auf Knut, wir haben wesentlich größere Probleme.

    Allerdings hätte ich mich dabei eher auf Japan, Libyen, die USA, China, die NATO, Deutschland, das Finanzwesen oder unsere Bürgerrechte bezogen. Massentierhaltung ist ohne Frage ein Problem, aber ich verstehe nicht wieso du dich in diesem Posting so sehr darauf fixierst.

    Sollte die eigentliche Kritik nicht lauten: Wieso wird über all diesen nebensächlichen Quatsch überhaupt so ausschweifend berichtet?
    Würde es die Menschen in eine zu tiefe Depression reißen, wenn das Massaker im Nahen Osten, die Naturkatastrophen in Asien und das Robbentöten in Kanada nicht länger von der neusten Modenschau in Paris, der traumhaften Hochzeit von Prinz Firlefanz und dem Fangekreische beim öffentlichen Auftritt von „Superstar“ Max Mustermann unterbrochen wird?

    Soll das nicht letztendlich dafür sorgen, dass wir uns überhaupt noch im Spiegel ansehen können?

  2. Ich gebe dir vollkommen Recht, auch das sind extrem wichtige Themen die einfach so vom Teller fallen. Ich dachte mir bei der ganzen Kritik beschränke ich mich erst mal auf einen Bereich und zwar den, den alle immer vor sich sehen.

    Die anderen Aspekte sind für viele so weit weg, dass es schon wieder eine Gleichgültigkeit erreicht. Das ist jetzt sehr pauschal, ich weiss. Und diese Gleichgültigkeit ärgert mich auch sehr.

    Allerdings betrifft Massentierhaltung uns alle und das tagtäglich, inzwischen überlege ich zweimal ob ich Fleisch esse oder nicht und die Tendenz geht sogar immer mehr in Richtung Vegetarismus. Vielleicht auch daher meine Einstellung. Ich finde es sind die kleinen Schritte, die wir alle machen können um auch was verändern zu können.

    Meiner Meinung nach ist es einfach absolut unverhältnismäßig, dass der Tod eines Zootieres Massen bewegen kann, aber das Töten von Schlachtvieh einfach stillschweigend geduldet wird. Wo bleibt hier das Mitgefühl, das so viele offen bekunden?

  3. Die Fleischherstellung ist für die Meisten eine große schwarze Kiste mit zwei Türen: Auf der einen Seite laufen glückliche Kühe mit fröhlich klingenden Glöckchen über strahlend grüne Wiesen hinein, auf der anderen Seite kommen Kühltransporter mit leckerem Fleisch heraus. Die Bolzenschussgeräte und Sägen will niemand sehen.

    Mit Mitgefühl braucht man bei Schlachttier nicht rechnen, schließlich ist der einzige Grund warum diese Tiere das Licht der Welt erblickt hat die große schwarze Kiste. Auf keiner Packung mit Gehacktem findet sich ein Aufdruck mit Namen und Lebensgeschichte des Tieres – Es war sein Leben lang nur eine Nummer. Gezüchtet um zu sterben – Gezüchtet um zu ernähren. Wie Mais…

    Der Wert des Lebens ist inflationär, so lange es einem selbst gut geht.

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